Demut vor dem Wähler – Gewinn des Wahlkreises ist „große Verpflichtung“

Dank an Konkurrenten für „fairen Wahlkampf“ – SPD-Politikerin mahnt zu sachlicher Auseinandersetzung mit erstarkter AfD

Die im Wahlkreis 02 direkt gewählte neue Landtagsabgeordnete Katrin Lange (SPD) hat sich bei allen Wählerinnen und Wählern für ihre Unterstützung bedankt: „Ich freue mich sehr über den Gewinn des Direktmandats, danke allen meinen Wählern ganz herzlich und nehme das Ergebnis mit Erleichterung und mit Demut entgegen. Ich weiß, es ist für mich eine große Verpflichtung und ich möchte alles tun, um das Vertrauen der Bürger nicht zu enttäuschen. Darauf können die Prignitzer sich fest verlassen“, sagte Lange heute in Pritzwalk.

Lange bedankte sich zudem bei allen ihren Mitbewerbern um das Landtagsmandat für einen „fairen und sachlichen Wahlkampf“: „Wir waren ja teilweise gegenseitig zu Gast bei unseren Wahlveranstaltungen und ich habe dort mit allen Kandidaten während und auch am Rande dieser Veranstaltungen gute und interessante Gespräche führen können. Ich finde es immer richtig, miteinander zu reden. Das bleibt auch so. So soll das sein bei uns in der Prignitz“, sagte Lange.

Die unerwartet massiven Verluste für die CDU im Wahlkreis seien ein klares Zeichen dafür, dass „die Geduld der Menschen mit der Merkel-CDU zu Ende geht, gerade auch in Brandenburg“, sagte Lange. Die noch stärkeren Verluste der LINKEN zeigten hingegen, dass die Menschen der Linkspartei ihre Rolle als „Partei des Ostens“ nicht mehr abnehmen – „die Befürwortung einer unbegrenzten Einwanderung und die Fortsetzung des Ausbaus von Windrädern und damit der Verspargelung unserer Heimat, das reißt die LINKE nun auch in der Prignitz nach unten. Ein solcher Kurs ist von den Bürgern hier nicht gewollt und ich kann das sehr gut verstehen, denn die Bürger haben damit auch völlig recht“, sagte Lange.

Ähnliche Gründe seien ihrer Meinung nach ausschlaggebend dafür, dass auch die Grünen im Wahlkreis 02 nur leichte Gewinne erzielt haben: „Die Greta-Welle bricht gerade. Die Menschen sind es leid, ständig erzählt zu bekommen, dass sie wegen des Klimas in Panik ausbrechen sollen, während sie mit den zweithöchsten Strompreisen in Deutschland belastet sind“, so Lange.

Das gute Abschneiden der AfD auf Platz 2 im Wahlkreis zeige, „wie viel Unmut und auch Wut über bestimmte Entwicklungen sich angesammelt hat. Der Riss in der Gesellschaft geht tief und er hat seine Gründe. Ich habe das in vielen Gesprächen natürlich auch selbst gespürt. Ich bleibe dabei, was ich vor der Wahl immer gesagt habe: Wir müssen mit allen reden, auch und gerade mit denen, die unzufrieden und von uns und der SPD enttäuscht sind. Das sind nicht wenige, ich weiß das sehr wohl. Deswegen bin ich umso dankbarer, dass sich die Wählerlinnen und Wähler am Ende doch für mich entschieden haben, obwohl manche davon sicher auch ihre Bedenken gehabt haben. Vielleicht haben sie sich auch gesagt: Die SPD Brandenburg ist nicht irgendeine SPD. Bei allen Fehlern: Sie hat seit 1990 auch viel für das Land getan und wir geben ihr noch eine Chance. Ich nehme das als Verpflichtung an“, betonte Lange.

„Mein Ziel ist, dass der unübersehbare Riss in unserer Gesellschaft nicht noch größer und unüberbrückbar wird. Deswegen geht es auch nicht an, Menschen in eine rechtsradikale Ecke zu stellen, die dort nicht hingehören. Ja, die Auseinandersetzung mit der AfD muss geführt werden – aber mit Anstand, guten Argumenten und ohne Hysterie, denn das wird den Riss nur noch tiefer machen“, so Lange abschließend.