Dranseer See

Mein Wahlkreis

Ich bin seit dem 1. September 2019 die direkt gewählte Landtagsabgeordnete für den Landtagswahlkreis 2 „Prignitz II/Ostprignitz-Ruppin II“. Das hört sich etwas kompliziert an, weil außer zu Wahlen kein Mensch in Wahlkreiskategorien denkt – man denkt stattdessen an seinen Wohnort, seinen Landkreis oder seine Region, z.B. an die Prignitz. Jedenfalls: Der Wahlkreis 2 besteht aus den typisch märkischen Kleinstädten Kyritz, Pritzwalk und Wittstock/Dosse sowie den Gemeinden Groß Pankow, Heiligengrabe sowie den Ämtern Meyenburg und Putlitz-Berge. Er umfasst damit Teile der Westprignitz und Ostprignitz, die aber in zwei Landkreisen liegen – dem Landkreis Prignitz und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Er ist einer von insgesamt 44 Landtagswahlkreisen in Brandenburg.

Warum ist der Wahlkreis mit seinen 1.642 Quadratkilometern Fläche so geschnitten? Wahlkreise sollen über eine annähernd gleich große Zahl von Wahlberechtigten verfügen. Das folgt aus dem Verfassungsgrundsatz der Gleichheit der Wahl. Der Grundsatz der Gleichheit der Wahl sichert, dass in Brandenburg nicht Verhältnisse herrschen wie im EU-Parlament, wo ein Abgeordneter aus Deutschland rund 850.000 Einwohner vertritt, während einer aus Malta gerade einmal knapp 67.000 Einwohner zu vertreten hat.

Ein Wahlkreis – zwei Landkreise – eine Region

Durchschnittlich leben in einem Wahlkreis in Brandenburg rund 47.225 Wahlberechtigte. Im Wahlkreis 2 „Prignitz II/Ostprignitz-Ruppin II“ sind es etwa 45.800 Wahlberechtigte, also etwas weniger als im Durchschnitt. Werden die Unterschiede zwischen den Wahlkreisen zu groß, müssen diese nach dem Gesetz neu zugeschnitten werden, damit jeder Abgeordnete in etwa dieselbe Zahl an Wahlberechtigten vertritt. Daher kann oft auf Landkreisgrenzen keine Rücksicht genommen werden, was im Falle des Wahlkreises 2 aber nicht schlimm ist, denn sowohl die West- also auch die Ostprignitzer sind eben alle Prignitzer. Der regionale Rahmen passt also schon.

Die ganze Region ist eher dünn besiedelt und außerhalb der Städte stark ländlich geprägt. Das heißt allerdings nicht, dass sich die Qualität des ländlichen Lebens in einer Kulturlandschaft und Innovationen, ausgezeichnete Infrastruktur, ein breiter Mittelstand sowie beste Ansiedlungsmöglichkeiten einander ausschließen.  Schaut man nur auf den Wahlkreis, so betrug die Bevölkerungsdichte vor einigen Jahren 33 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Brandenburg insgesamt 83 Einwohner pro Quadratkilometer, im Wahlkreis Potsdam II 1.890. Das stellt für die Infrastruktur und für öffentliche Dienstleistungen natürlich eine gewisse Herausforderung dar.

Aber bedenken wir: Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der USA beträgt auch genau 33 Einwohner pro Quadratkilometer – und da redet auch niemand ständig von „Entvölkerung“, „Abgehängtsein“ und „aussterbender Region“. Nein, hier leben einfach nicht so viele Menschen wie woanders, und für diese muss sich eine gute Zukunft gestalten lassen. Gar nichts stirbt hier aus in unserer Heimat – und die Prignitz hat selbstverständlich Zukunft! Auch dafür trete ich an.

„In der Prignitz bin ich immer glücklich gewesen.“

Die Prignitz steht oft nicht so im Mittelpunkt wie andere Regionen. Das ist wahr. Schon Theodor Fontane hatte in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ die Prignitz nicht bereist. Aber eine gute Meinung über unseren Landstrich hatte er trotzdem. Er schrieb seinerzeit: „In Teupitz und Wusterhausen aber und nun gar in Prignitz und Havelland bin ich immer glücklich gewesen.“ So soll es sein!

Unsere Wirtschaft besteht aus kleinen und mittelständischen Industrie- und Landwirtschaftsunternehmen sowie Betrieben aus Handwerk, Gewerbe und Dienstleistung. Darunter befinden sich auch mehrere Weltmarktführer. Ein Beispiel sind die Meyenburger Möbelwerke. Dort wird das Regal „Billy“ für Ikea produziert.

Beispielgebend in der Region ist die intensive Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Wirtschaft. Sie sichert heute und für die Zukunft die Ausbildung der notwendigen Fachkräfte.

Autobahn top – Bahn ausbaufähig

Mit fünf Bundesstraßen und den zwei Autobahnen A19 und A24 ist die Region verkehrstechnisch bestens erschlossen. Die Eisenbahn – vor allem der Prignitz-Express – bildet die Lebensader des öffentlichen Personennahverkehrs.

Wer einen guten Job machen will, braucht den Rücken frei. Dafür sorgen die guten Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für unsere Kinder und Jugendlichen in unserer Region. Die Präsenzstelle der Technischen Hochschule Brandenburg bietet Studieninteressierten und Unternehmen einen direkten Zugang zur Hochschullandschaft. In der Freizeit besteht die Möglichkeit, in einem der vielen Vereine mitzuwirken. Da sollte für fast jeden Geschmack etwas dabei sein. Die dort ehrenamtlich und hauptamtlich Aktiven leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung unseres Zusammenlebens. Für die medizinische Versorgung gibt es drei Krankenhäuser sowie Haus- und Facharztpraxen.

Wir können hier gut leben und arbeiten, wenn die Bedingungen stimmen. Deshalb müssen wir für die Zukunft die öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen mit erheblichen Aufwand so gestalten. So sieht es unser Wahlprogramm vor.