Dietmar Woidke heute in der Prignitz: "So ist das mit uns Lausitzern: Wenn man uns einlädt, läuft man Gefahr, dass wir auch kommen", sagte der Ministerpräsident, als erheute in Putlitz aus dem
Auto stieg. Darüber freuten sich insbesondere Olaf und Ingrid Waterstradt. Sie hatten die Einladung zu diesem im wahrsten Wortsinn "geschichtsträchtigen" Besuch in die Prignitz ausgesprochen.
Denn es war ihnen ein Anliegen, dem Ministerpräsidenten zwei besondere Projekte vorzustellen: die liebevoll eingerichtete Heimatstube und die Digitalisierung von tausenden Ausgaben historischer
Zeitungen aus der Region.
Nach einem Spaziergang zum Burgturm ging es in die Heimatstube, in der Artefakte aus der Putlitzer Stadtgeschichte ausgestellt werden. Und wir erfuhren noch nebenbei: In diesem ältesten Haus der
Stadt befindet sich auch der erste und angeblich einzige Fahrstuhl der Stadt!
Anschließend Termin im Rathaus mit dem designierten Amtsdirektor Sebastian Wornien, Bürgermeister Udo Burzyk und Ortsvorsteher Klaus Pirow. Olaf Waterstradt stellte uns das Projekt
"Digitalisierte Zeitungen von 1925-1941" vor. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung wurden in einem Kraftakt tausende Ausgaben der "Putlitzer Nachrichten" in der Deutschen
Nationalbibliothek Berlin digitalisiert. Die 26.000 Seiten werden den Putlitzern und allen Interessierten nun kostenfrei zur Einsichtnahme und Recherche zur Verfügung gestellt.
Dietmar Woidke und mir wurden Abzüge der Ausgabe vom 11. Dezember 1925 geschenkt. Es ist ein interessantes Zeugnis nicht allein der regionalen, sondern auch der deutschen Geschichte - Thema zum
Beispiel: "Urteil im Dolchstoß-Prozeß". Das verdeutlicht einmal mehr, dass regionale Berichterstattung von besonderem Wert für die Menschen vor Ort ist. Es ist schon eine recht traurige
Entwicklung der Medienlandschaft, dass es hier und in anderen ländlichen Regionen nun keine gedruckte Zeitung mit aktuellen Berichten mehr gibt.
Natürlich muss man die Gelegenheit nutzen, wenn der Ministerpräsident zu Besuch kommt: Ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt sowie die Einweihung einer von den Waterstradts gestifteten
Ausstellungsvitrine komplettierten den Besuch. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, was hier vor Ort mit großem persönlichem Einsatz auf die Beine gestellt wird - im Ehrenamt.






